Zagato Zele Geschichte


Die folgende Geschichte des Zagato Zele Elektroautos wurde nach bestem Wissen zusammengetragen und, sofern möglich, mit Quellen versehen. Trotzdem ist es möglich daß wesentliche Teile fehlen oder manche Details nur bedingt richtig sind, wir würden uns daher über jede weiterführende Information freuen.

Die Zagato Car srl in Terrazzano di Rho entwickelte Anfang der 70er Jahre den Zagato Zele, ein Fahrzeug mit getrenntem Fahrgestell und Kunststoffkarosserie, welches ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben wird. 1972 wurde das Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit am Autosalon Turin vorgestellt [kar10].
Für die eigentliche Produktion der Kunststoffkarosserie zeichnete sich Artigiana Vetroresina.

Im Wesentlichen lassen sich zwei Serien an diversen Änderungen unterscheiden. Da bereits eine Gesamtansicht von 1972 die zweite Serie darstellt, muß davon ausgegangen werde, daß von dem ersten Modell nur sehr wenige Fahzeuge entstanden sind.
Mechanisch unterscheiden sich zumindest die hinteren Radaufhängungen. Bei der Karosserie lassen sich folgende Unterscheidungsmerkmale feststellen (beschrieben wird die erste Serie):

In der Schweiz sind Fahrzeuge der ersten Serie bekannt.

Laut einem Schreiben der Zagato Car srl von 1994 wurden von Juni 1974 bis Juli 1978 genau 498 Fahrzeuge produziert, wobei der Zeitraum in Anbetracht der Erstvorstellung ein wenig seltsam erscheint.

In den Jahren darauf wurden noch weitere Zele wie der Van, Elettro, Golf oder Minivan gebaut, von Serienproduktionen ist jedoch nichts bekannt.

zele elettro 1975 zele golf 1978 zele van

Technik:

Ein Gleichstrommotor wird mit verschiedenen Spannungen betrieben. Dies wird durch einen dreistufigen Hauptschalter realisiert, welcher die Batterien verschieden gruppiert. Die eigentliche Einschaltung erfolgt über ein Gaspedal, welches zwei Schütz über Microschalter betätigt. Einmal davon mit einem in Serie geschaltenen Vorwiderstand.
Die Teile stammen meistens aus dem Fiat-Baukasten System.
Der Stahlrahmen ist aus Vierkant- und Winkelprofilen zusammengeschweißt.
Die Vorderachse ist mit doppelten Querlenkern und Spiralfedern ausgefürt, die Lenkung klassisch mit Schneckenlenkgetriebe.
Eine starre Hinterachse überträgt die Kraft mittels Primärgetriebe mit gemeinsamen Differential.
Das Bremssystem ist hydraulisch mit einem Kreis und einer mechanisch auf die Hinterräder wirkende Handbremse ausgeführt.
Die darauf geschraubte Karosserie besteht aus GFK und ist mit Schaumformstücken und kleinen Blechstanzteilen verstärkt.

Daten [bta74]:


Elli in Österreich:

Schon 1974 entstand eine eigene Österreichversion und die Firma Hinteregger in Wien versuchte das Fahrzeug in Österreich unter dem Namen Elli zu vertreiben.
Zahlreiche Versuchsfahrzeuge liefen bei Firmen wie Bärenbatterien, Elin oder aber der Post mit einem Prototyp mit Heckklappe.
Ein zum Lieferumfang gehörendes externes Ladegerät wurde von der Firma Technomatic Apperatebau KG Köcher & Co. aus Wien 9 gebaut.
Unbestätigten Meldungen zu Folge sollen laut Registro Zagato 48 Stück nach Österreich verkauft worden sein. Die Erstzulassungsstatistik besagt daß in den Jahren 1975 bis 1981 in Österreich insgesamt 29 Zagato Zele zugelassen wurden.

zulassungsstatistik

Die österreichischen Fahrzeuge wurden ohne Stoßstangen ausgeliefert.
Zumindest in Österreich wurden Bosch-Motoren, welche mit einem Lüfterrad versehen wurden, verbaut. Anstelle der acht Stück 6V Batterien kamen nur 4 Stück, jedoch mit 12V zum Einsatz. Die Reichweite wurde mit 65km angegeben.

Die Firma Hinteregger hatte damals eine Niederlassung in Wr.Neudorf. Dort verblieben nach Rückgabe des Grundstückes auch Karosserieformen, welche aus zwei Schalenhälften bestanden. Der Stoß der beiden Hälften war in der Fahrzeugmitte zu sehen und wurde von einem schwarzen Streifen abgedeckt.

Nach der Sicherstellung dieser "Rhönräder" in einem Nebengebäude der HTL Wien 10 im Jahr 1989, wurden sie fünf Jahre später beim Abbruch des selbigen, laut Aussage des Baggerfahrers, leider zerstört.

nebengebaeude und bagger


Elcar in den USA:

In den USA wurde das Elektroauto unter dem Namen Elcar verkauft.
Das Elcar wurde mit größeren Scheinwerfern und anderen seitlichen Blinkleuchten ausgeliefert.
Zumindest die Elcar Corporation hat auch fahrfertige Fahrgestelle ohne Karosserie angeboten.


Der Zagato Zele als Oldtimer:

Ohne Unterbrechung sind Zagato Zele immer wieder bei Elektrofahrzeug-Veranstaltungen, meist in stark modifiziertem Zustand, anzutreffen gewesen.
1994 veranstaltete das italienische Register für Elektrofahrzeuge eine 20 Jahre Feier in Monza, bei der zehn Zele-Fahrzeuge Ehrenrunden drehten [mob94].
Seit 1995 betreibt der EOKC eine Homepage, auf der sich auch eine gut frequentierte Zagato Zele-Seite befindet. Zahlreiche Kontakte sind so zustandegekommen, welche seit 2001 als Register geführt werden.

Folgende Dokumente befinden sich derzeit in unserem Archiv:


mail

home

[bta74]...Betriebsanleitung, Ernst R. G. Uhl.
[kar10]...http://www.kartelec.com/f/mob/historique2.htm, 02/2010
[mob94]...MobilE, Ledermann Verlag, 12/1994